Für die AfD ist das Thema ,,Gender” weit mehr als eine gesellschaftspolitische Debatte - es dient als zentrales Konfliktfeld im Kampf gegen einen aus ihrer Sicht bevormundenden Linksliberalismus.Die Wahlforschung zeigt, dass viele AfD-Wahler nicht primär aus wirtschaftlichen Gründen zur Partei finden. Stattdessen prägen Zukunftsängste ihr Wahlverhalten, etwa durch die Vorstellung einer ,,Gender-Diktatur“ sowie das Gefühl, gesellschaftlich an Einfluss und Zugehörigkeit zu verlieren.
Der Vortrag geht der Frage nach, welche Emotionen hinter den Gender-Positionen der AfD stehen und warum die Partei Forderungen erhebt, die die Menschen- und Bürgerrechte von LGBT*-Personen infrage stellen. Grundlage des Vortrags ist eine Analyse von Pressemitteilungen der AfD-Landtagsfraktionen in Baden-Württemberg und Sachsen.
Die Analyse zeigt, dass die Gender-Positionen der AfD vor allem Ausdruck der Angst vor gesellschaftlichem Bedeutungsverlust sind. Mit der zunehmenden Liberalisierung seit der 68er-Bewegung und der Öffnung der CDU unter Angela Merkel fühlten sich viele rechtskonservative Wähler politisch nicht mehr vertreten. Die AfD bot ihnen zwar eine neue politische Heimat, zugleich blieb das Gefühl bestehen, dass ihre Wertvorstellungen gesellschaftlich an Einfluss verlieren. Dieses Empfinden bildet einen zentralen Ausgangspunkt für die Genderpolitik der Partei.
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